In der Osterzeit wird Jesus häufig, unter anderem als der gute Hirt dargestellt. Je nach Bräuchen und örtlichen Geschmack und Vorliebe, werden auch Postkarten mit „Frohe Ostern“-wünschen mit einem Bild des guten Hirten verschickt.
Selbstverständlich ist das ein Bild, ein Gleichnis, das man als Metapher betrachten muss. Besonders jetzt, in der Zeit der Abstände, der Verbote der Unsicherheit wünscht man den bedrohten „Schafen“ einen wirklich „guten Hirten“, der sie mit allen Kräften behütet.
Diese Denkweise, steckt tief in der Bibel. „Hirt“ ist in der altorientalischen Bildersprache eine geläufige Metapher für „Herrscher“ und „weiden“ steht ebenso häufig für „regieren“.
Bemerkenswert ist allerdings, dass man in Israel nicht den irdischen König, sondern ausschließlich Gott als „wahren Hirten“ sah. „Du Hirte Israels, höre, der du Josef weidest wie eine Herde!“ wird Gott im angesprochen (Ps 80,2); und „Wir aber sind dein Volk, die Herde deiner Weide“ (Ps 79,13). Nicht nur das Volk, aber auch der einzelne Mensch weiß sich von der Hirtensorge Gottes getragen, wie es in besonders schönen Worten ausgedrückt wird: „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser… Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil, denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.“ (Ps 23,1-4).
Im Hirtenbild sieht man deutlich die väterlichen Züge Gottes, seine Güte, Menschenfreundlichkeit und Zärtlichkeit: „Wie ein Hirt führt er seine Herde zur Weide, er sammelt sie mit starker Hand. Die Lämmer trägt er auf dem Arm, die Mutterschafe führt er behutsam.“ (Jes 40,11).
Jesus stellt sich als Hirten vor und setzt die biblische Bildersprache fort. Er verstärkt die Aussage mit dem Einsatz seines Lebens: „Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.“ (Joh 10,11).
Jesus festigt und vertieft die Beziehung, die zwischen Hirt und Herde besteht, indem er betont: Für mich sind meine Schafe keine „Herdentiere“, sondern einzelne Individuen, von denen ich jedes in seiner Eigenart kenne und liebe: „Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe.“ (Joh 10,14-15). Und dieses Kennen und Lieben ist gegenseitig.
Spätestens jetzt merken wir, dass wir die Alltagswirklichkeit eines Herden- und Weidebetriebs längst hinter uns gelassen haben. Welcher Hirt setzt wirklich sein Leben für seine Herde aufs Spiel? Diese enge und lebendige, ja lebenspendende Beziehung entsteht nur zwischen Gott und den Menschen, zwischen dem Heiland und den „Seinen“, dem der an ihn glaubt und vertraut.
Ohne Jesus ist unser Leben von dunklen Mächten bedroht. Wir fühlen uns ins Dasein geworfen ohne Sinn und Ziel, hilflos wie ausgesetzte Kinder.
So entfaltet sich das Bild des guten Hirten als ein Bild der übergroßen Zuwendung Gottes, als ein Bild der Nähe Gottes zu den Seinen.
In der Pandemiezeit fühlt sich so mancher wie ein verlorenes Schaf, einsam, verlassen, vergessen. In Jesus finden wir den guten Hirten, der nicht müde wird uns aufzusuchen. In ihm finden wir Zuversicht und Geborgenheit, ja sogar neues Leben.
In Jesus selbst erreicht dieses Bild seinen unüberbietbaren Höhepunkt: Da ist nicht nur einer, der sich um die Seinen sorgt, der den Seinen seine Nähe schenkt, sondern der bereit ist, für die Seinen aufs Ganze zu gehen, selbst wenn es ihn das Leben kosten wird. Da ist einer, der bereit ist, die Seinen zu schützen, indem er selbst sich dem Finsteren, dem Bösen entgegenstellt. Seine eigene Person wird für jene, die sich bei ihm bergen, zum Schutzschild gegen die Gewalt des Todes.
Hl. Messen in der deutschen Gemeinde
Die hl. Messen in deutscher Sprache werden jetzt, jeden Sonntag, um 10.00 Uhr bei den Marienschwestern ul. Kominka 3/5 gehalten.
Die Kapelle bei den Hedwigschwestern (ul. Sępa Szarzyńskiego) ist weiterhin geschlossen.
Wir sind im Gebet verbunden. Wünsche Gesundheit, Geduld und Ausdauer. Bleiben Sie gesund.
Msze św.
Niedzielne Msze święte po niemiecku, we Wrocławiu są odprawiane tymczasowo w kaplicy u sióstr N.M.Panny przy ul. Kominka 3/5.
Msze św. poza Wrocławiem – według planu.
Życzę zdrowia, siły i cierpliwości.