Am sonnigen Augustmorgen machten sich, wie jedes Jahr, die Pilger der deutschen Gemeinde in Breslau mit ihrem Seelsorger Pater Arndt auf den Weg zu Maria der Königin der Familien nach Albendorf, um dort vor der Gnadenfigur ihre Anliegen der Muttergottes anzuvertrauen. Nachdem die Stadt verlassen worden war, beteten wir um eine gute Reise und fromme Wallfahrt. Auch diesmal wurde die Fahrt unterbrochen um am Grab des verstorbenen Deutschenseelsorgers Pater Bonaventura ein Lichtlein anzuzünden und zu beten. Bei dieser Gelegenheit wurde am Friedhof ein Obelisk mit deutscher Inschrift entdeckt. Es war den Soldaten, die ihr Leben fürs Vaterland 1866 opferten gewidmet.

In Albendorf hatten wir noch fast eine halbe Stunde Zeit um sich für die hl. Messe mit Gebeten und Marienliedern vorzubereiten. Am Gottesdienst nahmen Pilger aus 5 Diezösen teil: Breslau, Oppeln, Geiwitz, Schweidnitz und Liegnitz.

Alle Wallfahrer begrüßte der Ortspfarrer Albert Krzywański und wünschte eine fruchtbare Andacht. Hauptzelebrant und Prediger war Pfarrer Krystian Szeliga aus Oppeln. Es konzelebrierten Grossdechant Franz Jung, Pfarrer Edward Gogollok aus Oppeln und Pater Arndt aus Breslau. In der Predigt konzentrierte sich Pfarrer Szeliga auf die theologische Erörterung der Vermittlerrolle der Muttergottes.

Der uns bereits vertraute Chor aus Waldenburg unterstützte unseren gemeinsamen Gesang und trat auch mit seinem Repertoire auf. Für eine festliche Atmosphäre sorgte auch das Blasorchester aus Gleiwitz-Ostroppa, das nach dem Gottesdienst auf den Stufen der Basilika ein kleines Konzert gab.

Nach der hl. Messe ergriff der Vorsitzender des VdG Herr Gajda das Wort. Er betonte, dass die Pilgerfahrten in deutscher Sprache die Identität und den Glauben in der Sprache der Herzen stärken.

Der Aufenthalt in Albendorf endete mit einer kurzen Adoration während der Marienrufe gesungen wurden.

Auf dem Weg nach Hause machten wir noch einen Abstecher nach Glatz in das Franziskanerkloster um das wundervolle Gemälde von Felix Anton Scheffer aus dem Jahre 1744 zu bewundern. Aus dem sehr interessanten Vortrag, den Pater Arndt hielt, konnten wir sowohl über die Geschichte der Spiritualität der Franziskaner wie auch über die einmaligen Fresken auf dem Gewölbe des Refektoriums erfahren.

Danach begaben wir uns wie immer Heimatlieder singend auf den Rückweg nach Breslau.

BSz