DSC_2775_OekumÖkumenischer Gottesdienst in der evangelischen Christophorigemeinde zusammen mit der deutschen katholischen Gemeinde am Samstag 29. November 2014.

Nabożeństwo ekumeniczne w duszpasterstwie niemieckim
Dnia 29 listopada 2014 roku w kościele pw. św. Krzysztofa o. Leon Szymiczek OFM wygłosił kazanie podczas dorocznego nabożeństwa ekumenicznego w duszpasterstwie niemieckim, gdzie w sobotę przed I Niedzielą Adwentu gromadzą się niemieccy ewangelicy i katolicy na wspólnym nabożeństwie. Takie ekumeniczne celebry odbywają się corocznie na przemian w protestanckim kościele św. Krzysztofa – wtedy kazanie ma ksiądz katolicki – i w katolickim kościele u sióstr jadwiżanek, gdzie Słowo Boże głosi pastor.

Beim DSC_2759_OekumÖkumenischen Gottesdienst in der evangelischen Christophorigemeinde predigte P. Leo Szymiczek OFM.

Am Samstag vor dem 1. Adventssonntag treffen sich jedes Jahr zu einem ökumenischen Gottesdienst die deutschen katholischen und evangelischen Christen um sich gemeinsam auf das Fest der Geburt Christi im Gebet und Gesang vorzubereiten. In diesem Jahr fand die Begegnung in der evangelischen Christophorigemeinde statt. Zur Tradition gehört, dass in der evangelischen Kirche der katholische Priester und in der katholischen der Pastor das Wort Gottes predigt. Diesmal hielt Pater Leo Szymiczek OFM die Predigt:

Heute, Samstag abends, beginnt für die Christen die Adventszeit. Adventus heißt Kommen. Wer soll da kommen? Auf wen warten wir? Die Zeit der Erwartung auf den Messias begann schon nach der Vertreibung aus dem Paradies. Gott wollte den gefallenen Menschen nicht alleine lassen, darum hat er den Ureltern den Messias verheißen. Die Propheten des Alten Bundes haben ihn vorausgesagt und der letzte Prophet, der zwischen dem Alten und Neuen Bund stand, war Johannes der Täufer. Er hat ganz deutlich auf Jesus hingewiesen und dem Volke verkündet: „Seht das ist der Messias, der die Sünde der Welt hinweg nimmt“. Jesus hat den Willen seines Vaters erfüllt und durch sein Kreuz und seine Auferstehung die Menschen erlöst. Der erste Advent ging also bei der Himmelfahrt Jesu zu Ende. Darüber berichtet die Apostelgeschichte 1,11:
„Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von Euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen“. In diesem Moment beginnt also der zweite Advent, die Zeit der Erwartung in der wir eben heute leben. Wir warten heute nicht auf das Jesuskind. Diese Erwartung ging zu Ende in Bethlehem. Wir warten heute auf Jesus den Richter. Diesen Glauben bekennen wir in unserem gemeinsamen Glaubensbekenntnis: „Von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten”.
Bevor aber Jesus zum Gericht kommt, wird der Antichrist auf Erden erscheinen. Darüber schreibt Paulus im 2. Thessalonicherbrief 2,3-4: „Zuerst muss der Abfall von Gott kommen und der Mensch der Gesetzwidrigkeit erscheinen, der Sohn des Verderbens, der Widersacher, der sich über alles, was Gott oder Heiligtum heißt, so sehr erhebt, dass er sich sogar in den Tempel Gottes setzt und sich als Gott ausgibt“. Der Gesetzwidrige aber wird, wenn er kommt, die Kraft des Satans haben, wird trügerische Zeichen und Wunder tun.“
Gibt es auch im 20. bzw. 21. Jahrhundert Vorzeichen für das Kommen des Antichristen? Ja! EsDSC_2771_Oekum sind Entwicklungen durch welche der Antichrist seine Schatten in die Gegenwart hereinwirft, wie z.B.:
– die Ideologie des Säkularismus
– die sog. „Zivilreligion“
– der zunehmende Abfall von Gott
– die weltweite Ausgrenzung bzw. Verfolgung der Kirche.
Diese Realitäten sind offenkundige Vorspiele des Kommens des Antichristen. Sie sollten deshalb auch als Signale betrachtet werden, welche die Wachsamkeit auf das Wiederkommen des Herrn nahelegen.
Wie sollen wir Christen, heute, in der Adventszeit leben. Natürlich werden wir uns auf Weihnachten freuen und uns an die Geburt Christi erinnern und sie auch feiern. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir im zweiten Advent leben und uns auf das Wiederkommen Christi vorbereiten sollen, d. h. Abschied von Sünde nehmen. Das Warten auf das Wiederkommen des Herrn ist ein Grundmerkmal christlicher Identität. Darauf beruht die Hoffnung des Christen.
Kardinal Newman schreibt: „Das Hoffen und Warten des Christen auf den zweiten Advent des Herrn ist eine Grundhaltung des Glaubens“.
Gott wünscht von uns, dass wir uns dieser Wahrheit der Endzeit zuwenden. Wenn wir das Kommen Christi stets im Gedächtnis behalten, werden wir wach bleiben. Denn: „Gerade, weil das Kommen Christi sich zu verzögern scheint, wird es umso plötzlicher sein“ – schreibt Kard. Newman.
Die Welt hat den Blick für Gott verloren oder verstellt. Deshalb gilt für den Christen umso mehr die erste Ankunft Christi in der Menschwerdung und die zweite, seine Wiederkunft im Blick zu behalten. Die letzten Worte des Neuen Testaments lauten: „Er, der dies bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. – Amen.
Komm Herr Jesus! Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!“.

MAr