Am Sonntag, dem 14. Juli 2024, fand in Wartha die traditionelle Wallfahrt der deutschen Schlesier statt.
Auch diesmal befanden sich darunter wieder Delegationen aus zahlreichen schlesischen Diözesen und aus Deutschland.
Als Hauptzelebrant war Professor Dr. Hubertus Drobner aus der Diözese Paderborn zu Gast, Konzelebranten waren Karl-Heinz Drobner und Pater Marian aus Breslau. Diakon Matthäus Ruby aus dem Bistum Magdeburg führte sein liturgischen Dienst aus.
Der Hauptzelebrant predigte über das Treffen Mariens und Elisabeths, das gleichzeitig das erste Zusammentreffen des ungeborenen Johannes mit dem ungeborenen Jesus ist. Er verglich Johannes, den größten aller Propheten (weil er selbst den Messias taufen durfte), mit jedem und jeder von uns, da auch wir, wie Johannes vor Jesu Taufe im Jordan, vor jeder Kommunion dessen Worte sprechen: Herr ich bin nicht würdig …, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.
Am Ende des feierlichen Hochamts berichtete ein Breslauer Absolvent der Kunstgeschichte von der Besonderheit der Marienfigur von Wartha. Eine durch zwei Institute im In- und Ausland getrennt durchgeführte wissenschaftliche Untersuchung führte erst kürzlich zu dem Ergebnis, dass die aus Lindenholz geschnitzte Figur aus dem frühen 11. Jahrhundert stammt – Beweis dafür, dass Wartha der älteste Wallfahrtsort Schlesiens ist und das Gnadenbild von Tschechen, Polen und Deutschen gleichermaßen verehrt wurde und wird. Pater Dr. Marian Arndt, der die Organisation der Wallfahrtsmesse innehatte, unterstrich die Bedeutung der deutschen Wallfahrt als Identitätsstifter für die deutsche Minderheit in Schlesien. Im Anschluss an das Hochamt folgte eine Andacht mit Eucharistischer Anbetung und schließlich persönlicher Verehrung durch Berührung der Gnadenfigur. Musikalisch begleitet wurde das Hochamt durch den Domorganisten aus Oppeln sowie das Blasorchester aus Zülz, das dafür am Ende des beeindruckenden Gottesdienstes einen kräftigen Applaus erhielt.