Mit dem 5 Fastensonntag tritt das Leiden und Sterben Christi deutlich in den Vordergrund. Der besondere Charakter dieser beiden Leidenswochen vor Ostern wird noch hervorgehoben durch die Verhüllung der Kreuze. Es beginnt eben die eigentliche Passions- oder Leidenszeit.
Leid und Leiden sind beim Menschen freilich nie gefragt. Immer empfinden wir das Leid als etwas, was nicht sein sollte. Es ist daher gar nicht verwunderlich, dass der Mensch dem Leiden den Kampf angesagt hat. Es gibt zwar heute vielerlei Mittel gegen jegliche Leiden, gegen körperliche, geistige und seelische. Aber es gibt das Leiden dennoch. Immer sind und bleiben wir ihm auf weite Strecken wehrlos und verwundbar ausgeliefert. Was ist es also um das Leiden? Es ist nichts anderes als vorweggenommener Tod. Leiden bezeugt uns Tag für Tag, dass wir auf Abruf leben. Wir werden den leiblichen Tod und auch nicht das Leiden überwinden und aus dieser Welt und Zeit verbannen.
Leiden ist mit dem Menschsein verbunden, ob wir es wollen oder nicht. Selbstverständlich ist Leid, Schmerz, Krankheit eine Last, mit der der Mensch allein nie fertig wird. Jesus hat aus Liebe zu uns das Kreuzesleid auf sich genommen. Aus Liebe hat Jesus aus dem Leid ein Werkzeug der Erlösung gemacht. Das Leiden Christi gehört zu seinem Heilswerk.
Für den Jünger Jesu ist die Lösung klar und zugänglich. Sofern wir mit Christus mitleiden, werden wir auch mit ihm auferstehen, und mit ihm verherrlicht werden.
Foto: Der Passionssonntag in der Dreifaltigkeitskirche bei dem Kloster der Barmherzigen Brüder in Breslau