Dieses Jahr nahmen die Einkehrtage, die in unserer Gemeinde traditionell mit dem Aschermittwoch beginnen, eine neue Form an. Es waren eher Besinnungstage. Pfarrer Werner Pohl, Niederschlesier aus Würben Kreis Schweidnitz, Pfarrer aus dem Erzbistum Freiburg in Breisgau, der diesjähriger Besinnungs-Prediger, wählte als leitenden Gedanken Worte aus dem Jesaia-Buch:
„Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.“ (Jesaja 55,10 f ).
Pfarrer Pohl predigte am Aschermittwoch den 14. Februar; und in den Tagen 15.-17. Februar lud er uns in den Saal bei den Hedwigschwestern zu Erwägungen der Bibeltexte ein. Jeder Teilnehmer dieser Begegnungen hatte die Möglichkeit nicht nur das Wort Gottes zu hören, sondern auch seine eigenen Meinungen, Interpretationen und Gefühle zu äußern. Das war für alle eine neue Erfahrung, die das spirituelle Erlebnis der Fastenzeit vertiefte.
Der Gottesdienst am Sonntag den 18.Februar beendete die Besinnungstage. An diesem Sonntag predigte Pfarrer Pohl zu Sonntagsevangelium (1 Fastensonntag):
Was verstehen wir unter Versuchung?
In unserem Alltag wird der Begriff inflationär verwendet Versuchungen, ob harmlos bei Kindern oder schwerwiegend haben immer mit Gier zu tun. Die Gier, Neugier, Machtgier, Geldgier, Lustgier, Geltungsgier – die rücksichtslos macht, skrupellos werden lässt und über Leichen gehen lassen kann. Im Markusevangelium hörten wir nur, dass Jesus vor seinem öffentlichen Werken in der Wüste vom Satan in Versuchung geführt wird und von wilden Tieren umgeben ist. Matthäus beschreibt die Teufelsversuchung Jesu als die uralten Begierden der Menschheit nach Reichtum, Macht, Ansehen und Besitz. Jesus widersagt diesen Versuchungen, er will nicht herrschen sondern dienen.
Nach der Sonntagsmesse bedankte sich die Gemeinde beim Pfarrer Pohl mit einem Blumenstrauß und guten Wünschen. „Die Blumen von der Deutschen Gemeinde zieren so schön jetzt meine Gebetsecke in meinem Zimmer im St. Joseph-Stift der Elisabeth-Schwestern in Dresden.“ – schrieb nach seiner Rückkehr Pf. Pohl.
Die Schlusspredigt ist hier zum Anhören.