{"id":4633,"date":"2018-11-17T11:48:22","date_gmt":"2018-11-17T10:48:22","guid":{"rendered":"http:\/\/katholische-seelsorge.franciszkanie.com\/?p=4633"},"modified":"2018-12-15T10:24:45","modified_gmt":"2018-12-15T09:24:45","slug":"volkstrauertag-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/katholische-seelsorge.franciszkanie.com\/index.php\/2018\/11\/volkstrauertag-2018\/","title":{"rendered":"Volkstrauertag 2018"},"content":{"rendered":"<p>In Gro\u00df N\u00e4dlitz, (Nadolice Wielkie) f\u00fcnfzehn Kilometer \u00f6stlich von Breslau, befindet sich ein Sammelfriedhof f\u00fcr gefallene deutsche Soldaten des Zweiten Weltkrieges, der auch Friedenspark genannt wird. Hier ruhen Gebeine der Gefallenen, die aus ganz Nieder- und Oberschlesien geborgen werden. Der Friedenspark wurde im Jahre 1998 er\u00f6ffnet.<!--more--><\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des Volkstrauertages kommen hier jedes Jahr Menschen zu einer gemeinsamen Gedenkstunde. Dabei sind immer Vertreter des deutschen Generalkonsulats Breslau. Die gr\u00f6\u00dfte Gruppe stellen jedoch Mitglieder der Deutschen Sozial- Kulturellen Gesellschaft dar, die gleichzeitig der deutschen katholischen bzw. evangelischen Gemeinde angeh\u00f6ren. Sie werden von ihren Seelsorgern gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Auch dieses Jahr versammelten wir uns an diesem Ort. Die Vertreterin des Generalkonsulats, Frau Kanzlerin Martina Hebel las \u201edas Totengedenken\u201c vor. Pastor Andrzej Fober hielt eine Ansprache, in der er u.a sagte:<\/p>\n<p>\u00bbEs ist sch\u00f6n zu sehen, wie das Wort Gottes manchmal genau antwortet auf die Entwicklung in unserem Leben, dort, wo sich das Leben gerade ereignet. So ist es mit dem Text des Apostels Paulus an die R\u00f6mer, &#8211; und der Pastor kn\u00fcpfte an die Worte des R\u00f6merbriefes an (13, 1-7). In der Bibel hat dieser Abschnitt eine \u00dcberschrift bekommen: \u201eDie Stellung zur staatlichen Gewalt\u201d.<\/p>\n<p>Polen feiert in diesem Jahr das 100. Jubil\u00e4um der Unabh\u00e4ngigkeit.<br \/>\nWas uns Menschen in der Welt vielleicht am st\u00e4rksten verbindet ist unsere Unzufriedenheit gegen\u00fcber der Regierung. In Polen ist es besonders stark, weil das Volk erst seit 1989 eine eigene, frei gew\u00e4hlte Regierung haben darf. Vorher, seit dem Tod des letzten Jagiellonenk\u00f6nig war die Regierung des Landes immer fremd, dar\u00fcber hinaus war Polen 123 Jahre von der Landkarte Europas verschwunden.<\/p>\n<p>Bei unseren Nachbarn ist die Geschichte anders gelaufen. Es gab eine Zeit in der Geschichte des deutschen Volkes in der die eigene Regierung dem Volk vermittelte die Grenzen seien zu eng, wir m\u00fcssen den Lebensraum auf Kosten von anderen L\u00e4ndern erweitern.<\/p>\n<p>Paulus schrieb diese Worte an die Gemeinde in Rom, wo die junge Christenheit mit der staatlichen Gewalt zu tun hatte. An der Spitze Roms stand damals ausgerechnet Kaiser Nero, der die Christen brutal verfolgte. Er glaubte selbst Gott zu sein, deswegen konnte er keinen anderen Gott dulden.<\/p>\n<p>Wichtig w\u00e4re f\u00fcr uns sich vorzustellen, wie reagierte die Gemeinde in Rom auf die Worte des Paulus: \u201eDenn es ist keine Obrigkeit au\u00dfer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet\u201d.<\/p>\n<p>Am 13. Dezember 1981 hat uns der damalige Bischof der evangelischen Kirche Janusz Narzynski alle Studenten der Theologie in Warszawa zur Andacht gerufen und hat diese Worte zitiert. Etwa 9 Stunden zuvor wurde der Kriegszustand in Polen eingef\u00fchrt mit allen seinen Konsequenzen.<\/p>\n<p>Apostel Paulus, unser Bischof damals, hatte die Wirklichkeit der Zeit damals &#8211; in Rom und Warszawa &#8211; nicht aus den Augen verloren. Paulus hat sicher nicht nur den Kaiser Nero nicht vergessen, sondern auch K\u00f6nig Herodes nicht und den Statthalter Pilatus auch nicht. Paulus wusste genau wie diese Menschen ihre Stellen erworben haben und wie sie mit ihren Untertanen umgingen. Paulus hatte es auch selber erfahren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Es spielte sozusagen f\u00fcr Paulus keine Rolle wie viele in der Regierung Gott verachtet haben. \u201eAuch solche Menschen sind im Dienst des Herrn\u201d &#8211; kaum zu glauben, aber wenn wir jetzt an den Pharao in \u00c4gypten denken, zur Zeit der Auswanderung des Volkes in die Freiheit, dann wird uns vielleicht manches klar.<\/p>\n<p>In seinen Worten an uns heute erhebt Paulus nicht das Thema welche Regierung die beste ist und welches System der Aus\u00fcbung der Gewalt ideal w\u00e4re. Paulus meint, was uns heute schwer fallen wird: egal welche Regierung, egal was f\u00fcr ein politisches System im Land ist &#8211; jede ist von Gott angeordnet.<\/p>\n<p>Sicher ist diese Stellung des Apostels nicht allen Christen bekannt und viele werden ihm nie zustimmen wollen oder k\u00f6nnen. Paulus m\u00f6chte uns klar sagen, dass es Situationen im Leben der Christen gibt, in der jeder sagen muss \u201eWir m\u00fcssen Gott mehr gehorchen als den Menschen\u201d, oder wir m\u00fcssen uns eine Frage stellen: Ist es richtig im Angesicht Gottes eher euch zu h\u00f6ren als Gott allein\u201d?<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen sicher sein, wenn wir fest daran glauben, dass es \u00fcber jeder Regierung der Welt noch einen Gott gibt. Er bestimmt ewige Sachen, nicht wir Menschen. Gottes Bestimmungen sind ewig.<\/p>\n<p>Der Apostel Paulus hat im Sinn, dass jedes politisches System doch eine Barriere, wie ein Hochwasserdamm ist, was das Volk vor dem Chaos, vor der Willk\u00fcr sch\u00fctzen soll und eine gewisse Ordnung gew\u00e4hren l\u00e4sst. Dazu hat der Staat ein Schwert, das sind Polizei, die Armee, das Gericht, womit die Regierung die Gewalt aus\u00fcben kann.<\/p>\n<p>Als ich noch Feldprediger war, hatten wir unz\u00e4hlige Vorlesungen gehabt und Diskussionen gef\u00fchrt \u00fcber die Verantwortung eines Soldaten in Krisensituationen. Was es bedeutet im Namen des Staates die Gewalt auszu\u00fcben. Nat\u00fcrlich betraf es nur eine Situation eines Landes in der die Regierung demokratisch war und ist und frei durch das Volk gew\u00e4hlt wurde.<\/p>\n<p>Christen sollen den irdischen Staat mit bauen. Unser Leben, was Jesus auch klar predigte, ereignet sich auf drei Ebenen: Staat, Kirche und Familie. Unser Leben, unsere Werke, unsere Worte und unsere Taten m\u00fcssen auf diesen drei Feldern \u00fcbereinstimmen. Es ist nicht einfach, f\u00fcr uns Christen einen Staat mit anderen mit zu bauen, weil es eigentlich keinen christlichen Staat in der Welt gibt.<\/p>\n<p>Alle Staaten haben sich von der Kirche getrennt. Nur noch in England ist die Kirche eine Kirche des Staates.<\/p>\n<p>Was ist unsere Rolle: Gehorsam gegen\u00fcber jede Gewalt und unser positives Engagement einsetzen. Die Worte des Propheten Jeremia sind bis heute aktuell: Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegf\u00fchren lassen, und betet f\u00fcr sie zum Herrn; denn wenn&#8217;s ihr wohlgeht, so geht&#8217;s auch euch wohl.<\/p>\n<p>Suchet der Gemeinde Bestes, denn wenn\u2019s ihr wohlgeht, so geht\u2019s auch euch wohl.<br \/>\nSelbst Christus, als Sohn Gottes war gehorsam bis zum Tode, dem Tode am Kreuz. Wir haben also genug Inspirationen, wie wir uns benehmen sollen, wenn wir egal mit welcher Obrigkeit zu tun haben. Amen!\u00ab<\/p>\n<p>Pater Marian Arndt OFM f\u00fchrte die Gebete und las das Evangelium vor. Nach dem \u201eVater Unser\u201c wurden die Kr\u00e4nze niedergelegt: ein Kranz von dem deutschen Generalkonsulat und ein Kranz von der Deutschen Sozial- Kulturellen Gesellschaft. Die ganze Zeremonie der Gedenkstunde wurde mit dem Gesang der \u201eHeimats\u00e4nger\u201c, dem sich alle Anwesenden angeschlossen haben, bereichert.&nbsp;<\/p>\n<hr>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Narodowy Dzie\u0144 Pami\u0119ci o Zmar\u0142ych i Poleg\u0142ych (Volkstrauertag) <\/strong><\/p>\n<p>Co roku w listopadzie Dzie\u0144 Pami\u0119ci o Zmar\u0142ych i Poleg\u0142ych \u0142\u0105czy modlitewnie i wspomnieniowo obie wsp\u00f3lnoty niemieckie: katolick\u0105 i ewangelick\u0105, kt\u00f3re spotykaj\u0105 si\u0119 w Parku Pokoju w Nadolicach Wielkich, b\u0119d\u0105cym jednocze\u015bnie cmentarzem \u017co\u0142nierzy niemieckich.&nbsp;<\/p>\n<p>W tym roku by\u0142a to sobota 17 listopada. Ojciec Marian Arndt przywita\u0142 zebranych, odczyta\u0142 Ewangeli\u0119 i prowadzi\u0142 modlitwy, natomiast pastor Andrzej Fober wyg\u0142osi\u0142 przem\u00f3wienie. Przedstawicielka Generalnego Konsulatu Niemiec we Wroc\u0142awiu, pani kanclerz Martina Hebel, odczyta\u0142a oficjalny tekst \u017ca\u0142obny na t\u0119 okazj\u0119, m\u00f3wi\u0105c o tych, kogo dzi\u015b wspominamy, z kim si\u0119 smucimy i komu okazujemy wsp\u00f3\u0142czucie. Z\u0142o\u017cono r\u00f3wnie\u017c wie\u0144ce \u2013 jeden od Niemieckiego Konsulatu we Wroc\u0142awiu, drugi od Niemieckiego Towarzystwa Spo\u0142eczno-Kulturalnego.&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"text-align: right;\">MAr<\/span><\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>Deutscher Soldatenfriedhof 1939-1945, Polesie;<strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Deutscher Soldatenfriedhof 1939-1945, Polesie (lubelskie)\" width=\"610\" height=\"343\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/zQyl5d-8cIA?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">&nbsp;Ryszard Bielawski<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Gro\u00df N\u00e4dlitz, (Nadolice Wielkie) f\u00fcnfzehn Kilometer \u00f6stlich von Breslau, befindet sich ein Sammelfriedhof f\u00fcr gefallene deutsche Soldaten des Zweiten Weltkrieges, der auch Friedenspark genannt wird. 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