Die Liebe zum Wallfahren entspricht so ganz dem Bedürfnis des menschlichen Herzens. Wenn sich der Mensch aus eigener Kraft in seiner nächsten Umgebung keine Hilfe mehr bietet, dann strebt er hin zu den heiligen Orten, von denen er weiß, dass dort seit Jahrhunderten vielen anderen bereits Erfüllung ihrer Bitten gewährt wurde. Und dann verbinden uns ähnliche Gefühle und Erwartungen. Viele Jahre durften wir als Deutsche an einer Wallfahrt in deutscher Sprache nicht teilnehmen. Es war verboten sowohl das Glaubensbekenntnis auf deutsch zu sprechen als auch deutsche Lieder zu singen und auch deutsche Predigten zu hören.

Aus diesen, und vielen anderen Gründen ist eine Wallfahrt der Deutschen sehr wichtig für uns. Während der Wallfahrt wurde auch an den 30.Jahrestag der Wiedereinführung der Gottesdienste in deutscher Sprache durch Bischof Alfons Nossol in Sankt Annaberg erinnert. Damals war das ein Sonntag der 4 Juni. Diese Messe zelebrierte P. Dominikus Kiesch OFM, damaliger Guardian am St. Annaberg, der auch die Predigt in der Sprache der Herzen hielt.

Am 2.06. 2019 zelebrierten den mehrsprachigen Gottesdienst (in Deutsch, Polnisch, Latein und in der Sprache der Roma) der Oppelner Bischof Czaja und der Weihbischof der Diözese Paderborn Matthias König der zugleich Beauftragter der deutschen Bischofskonferenz für die deutschsprachige Seelsorge im Ausland ist. Die Wallfahrt verlief unter dem Motto „Werdet meine Zeugen bis an die Grenzen der Erde“.

In der Gruppe der Konzelebranten feierte den Hochamt auch der Seelsorger der Deutschen in Breslau Pater Arndt . Er kam aus der Hauptstadt Niederschlesiens mit Vertretern der deutschen Gemeinde.

Auf dem Rückweg wurden wir in Gogolin mit Kaffee und Kuchen bewirtet – danke!